- Google sagt offiziell: Optimierung für die KI-Suche ist weiterhin SEO. Für AI Overviews und den KI-Modus gibt es keine Sonderregeln, keine speziellen strukturierten Daten und keine llms.txt.
- Wenn eine KI-Zusammenfassung erscheint, klicken Nutzer seltener: laut Pew Research bei 8 % statt 15 % der Suchen.
- Laut der GEO-Studie erhöhen Zitate, Statistiken und Quellenangaben die Sichtbarkeit eines Textes in KI-Antworten um bis zu 40 %.
- Sprachmodelle empfehlen, was andere empfehlen: Erwähnungen auf Drittseiten zählen mehr als ein einzelnes Ranking.
Immer mehr Menschen stellen ihre Fragen nicht mehr als Suchbegriff, sondern als Frage an ChatGPT, Perplexity oder den KI-Modus von Google. Sie bekommen keine Liste mit zehn Links, sondern eine fertige Antwort, oft mit zwei oder drei Empfehlungen und den Quellen dazu.
Damit ändert sich das Ziel. Platz 1 in den Suchergebnissen bleibt wertvoll, entscheidend wird aber, ob Ihr Unternehmen in der Antwort genannt wird. Genau darum geht es bei Generative Engine Optimization (GEO). In diesem Beitrag zeigen wir, wie die Systeme ihre Quellen auswählen, was aktuelle Studien belegen und mit welchen Hebeln wir die Sichtbarkeit unserer Kunden in KI-Antworten erhöhen.
Die KI-Suche ist im deutschsprachigen Markt angekommen
Die Antworten der KI sind längst kein Experiment mehr. Google zeigt AI Overviews (deutsch „Übersicht mit KI“) über den Suchergebnissen und bietet den KI-Modus auch auf Deutsch an. ChatGPT, Perplexity und Gemini beantworten Kaufanfragen mit konkreten Empfehlungen.
Für Unternehmen heißt das: Immer mehr Kaufentscheidungen beginnen mit einer Frage an eine KI. Wer in diesen Antworten fehlt, ist für einen Teil seiner künftigen Kunden unsichtbar.
Weniger Klicks, aber Besucher mit klarerer Absicht
Die Zahl der Klicks aus der Suche sinkt, sobald eine KI-Zusammenfassung erscheint. Das Pew Research Center hat dafür die Browserdaten von 900 Erwachsenen in den USA aus dem März 2025 ausgewertet: Mit KI-Zusammenfassung klickten die Nutzer bei 8 % der Suchen auf ein Ergebnis, ohne Zusammenfassung bei 15 %. Auf eine Quelle in der Zusammenfassung selbst klickten sie bei 1 % der Suchen.
Wir sehen in der Praxis aber auch die andere Seite: Wer nach einer KI-Antwort noch klickt, will meist handeln, nicht mehr nur lernen. Weniger Klicks bedeuten deshalb nicht zwingend weniger Anfragen.
[Eigene Daten: Entwicklung von Klicks und Conversion-Rate aus der KI-Suche in Kundenkonten, Zeitraum, Anzahl Konten]
GEO ist SEO mit einem neuen Ziel
Google sagt in seinem Leitfaden zur KI-Suche vom Juli 2026 ausdrücklich, dass Optimierung für die generative KI-Suche weiterhin SEO ist. Für AI Overviews und den KI-Modus gelten die normalen Voraussetzungen: Die Seite muss indexiert sein und mit Snippet erscheinen dürfen. Zusätzliche Dateien, spezielle strukturierte Daten oder das Zerlegen von Texten in kleine Abschnitte braucht es laut Google nicht.
Was sich ändert, ist das Ziel und damit die Gewichtung:
| Merkmal | Klassisches SEO | GEO |
|---|---|---|
| Ziel | Ranking auf den vorderen Plätzen | Nennung und Zitat in der Antwort |
| Fokus | Suchbegriffe | Themen, Marken und ihre Beziehungen |
| Erfolgsmessung | Klicks und Traffic | Nennungen, Zusammenhang der Nennung, Besucher aus KI-Quellen |
| Wichtigstes Signal | Autorität der eigenen Seite | Glaubwürdigkeit über viele Quellen hinweg |
So wählen Sprachmodelle ihre Quellen aus
Sprachmodelle arbeiten anders als die klassische Suche, die Seiten nach Übereinstimmung mit einem Suchbegriff sortiert. Drei Mechanismen sind für Unternehmen wichtig.
Entitäten statt Suchbegriffe
Sprachmodelle denken in Entitäten, also eindeutig erkennbaren Dingen: einer Marke, einer Person, einem Produkt, einem Fachbegriff. Ist Ihr Unternehmen im Netz widersprüchlich beschrieben, kann ein Modell es keinem Thema sicher zuordnen und nennt lieber jemand anderen.
Bedeutung statt Wortgleichheit
Texte werden in Zahlenvektoren übersetzt (Embeddings). Inhaltlich verwandte Themen liegen nah beieinander. Fragt jemand nach einer CRM-Software für einen Handwerksbetrieb, sucht das Modell nach Inhalten, die Rechnungsstellung, mobile Nutzung und einfache Bedienung abdecken, auch wenn das Wort „CRM Handwerk“ dort nie vorkommt.
Suche vor der Antwort
Die meisten KI-Suchen nutzen Retrieval-Augmented Generation (RAG): Erst sucht das System aktuelle Quellen, dann formuliert es aus ihnen die Antwort. Wer zitiert werden will, muss im ersten Schritt als glaubwürdige Quelle gefunden werden.
Die zitierten Quellen decken sich deshalb nur teilweise mit den klassischen Rankings. Neben Websites greifen die Systeme häufig auf Foren, Fachportale, Videoplattformen und Netzwerke wie LinkedIn zurück. Ein gutes Ranking hilft, eine Nennung garantiert es nicht.
Was die Forschung über Sichtbarkeit in KI-Antworten zeigt
Die Studie, die den Begriff GEO geprägt hat (Aggarwal et al., KDD 2024), hat an 10.000 Suchanfragen getestet, welche Änderungen an einem Text seine Sichtbarkeit in generierten Antworten erhöhen. Ergebnis: bis zu 40 % mehr Sichtbarkeit. Am stärksten wirkten das Einfügen von Zitaten aus relevanten Quellen, von Statistiken und von Quellenangaben. Klassisches Keyword-Stuffing hat die Sichtbarkeit dagegen gesenkt.
Die Studie bestätigt, was wir in der Praxis sehen: Sprachmodelle übernehmen bevorzugt Inhalte, die etwas Belegbares beitragen. Ein Text, der dasselbe sagt wie hundert andere, gibt einem Modell keinen Grund, ausgerechnet ihn zu nennen.
Mit sieben Hebeln erhöhen wir Ihre Sichtbarkeit in KI-Antworten
1. Eine klare Positionierung als Grundlage
Wofür steht Ihr Unternehmen, und auf welche Fragen soll es die naheliegende Antwort sein? Diese Positionierung muss auf der eigenen Website, in Unternehmensprofilen und überall dort gleich lauten, wo über Sie geschrieben wird. Marken- und Produktnamen schreiben wir überall identisch.
2. Inhalte, die eine Frage direkt beantworten
Jeder Abschnitt beginnt mit der Antwort, dann folgen Begründung und Beleg. Vergleiche stehen in Tabellen, Aufzählungen in Listen, Überschriften benennen die Frage, die der Abschnitt beantwortet.
3. Eigene Daten und Erfahrung
Behauptungen belegen wir im selben Satz mit einer Zahl oder Quelle. Am wertvollsten sind Zahlen, die es nur bei Ihnen gibt: eigene Auswertungen, Marktanalysen, Ergebnisse aus Projekten. Wer andere mit eigenen Daten versorgt, wird selbst zur Quelle.
4. Erwähnungen auf Drittseiten
Sprachmodelle empfehlen, was andere empfehlen. Deshalb arbeiten wir gezielt an Nennungen in Fachmedien, Interviews, Podcasts, Vergleichslisten und Branchenverzeichnissen, und an einer sichtbaren Präsenz auf Plattformen wie LinkedIn, YouTube und Reddit.
5. Ausgewogene Antworten auf echte Szenarien
Menschen fragen eine KI genauer als eine Suchmaschine: nicht „Laufschuhe kaufen“, sondern „Welche Laufschuhe eignen sich für Marathon-Anfänger mit breiten Füßen unter 150 Euro?“. Inhalte, die solche Szenarien mit Vor- und Nachteilen beantworten, sind für ein Modell nützlicher als reine Werbetexte.
6. Aktuelle, eindeutig datierte Inhalte
Datum im Artikel, in der Sitemap und in den strukturierten Daten stimmen überein. Wird ein Beitrag überarbeitet, ändern wir den Inhalt und nicht nur das Datum.
7. Saubere technische Grundlagen
Eine KI kann nur zitieren, was sie lesen kann. Seiten müssen indexierbar sein, schnell laden und ihren Inhalt ohne JavaScript ausliefern, denn viele KI-Crawler führen kein JavaScript aus. Mehr dazu in unserem Beitrag zum JavaScript-Problem der KI-Crawler.
Strukturierte Daten helfen der Suche, sind aber kein Hebel für KI-Antworten
Lange galt strukturiertes Markup als „Sprache der KI“. Google stellt inzwischen klar: Für AI Overviews und den KI-Modus braucht es keine speziellen strukturierten Daten. Sie bleiben für Rich Results sinnvoll und müssen zum sichtbaren Inhalt passen.
Auch eine llms.txt-Datei nutzt die Google-Suche laut ihrem eigenen Leitfaden nicht. Wir setzen sie deshalb nicht als Hebel ein.
Sinnvoll bleibt ein sauberes Grundgerüst: Organization mit Name, Logo und Profilen, Article mit Autor und Datum, BreadcrumbList. Ein vereinfachtes Beispiel:
{
"@context": "https://schema.org",
"@type": "Article",
"headline": "GEO: So kommt Ihr Unternehmen in die KI-Antworten",
"datePublished": "2026-01-21",
"dateModified": "2026-10-09",
"author": { "@type": "Person", "name": "Alex Sperber" },
"publisher": { "@type": "Organization", "name": "UnitedAds", "url": "https://unitedads.de" }
}
So messen Sie Ihre Sichtbarkeit in KI-Antworten
Lange ließ sich Sichtbarkeit in der KI-Suche kaum messen. Das ändert sich:
- Google Search Console: Ein eigener Bericht zeigt inzwischen die Impressionen in AI Overviews und im KI-Modus. Klicks und Suchanfragen weist er noch nicht aus.
- Besucher aus KI-Quellen: In Google Analytics lassen sich Besuche von chatgpt.com, perplexity.ai, gemini.google.com oder copilot.microsoft.com als eigene Gruppe auswerten. Klicks aus AI Overviews und dem KI-Modus zählen dort weiter als organische Suche.
- Nennungen in Antworten: Wie oft, in welchem Zusammenhang und mit welchen Eigenschaften ein Unternehmen genannt wird, messen spezialisierte Werkzeuge über regelmäßig gestellte Fragen. Wir kombinieren sie mit eigenen Stichproben.
[Eigene Methode: wie UnitedAds die Nennungen seiner Kunden misst, mit Anzahl der geprüften Fragen und Häufigkeit]
Eine Nennung in einer KI-Antwort wirkt wie eine Empfehlung. Deshalb bewerten wir sie nicht nur nach dem Klick, der danach folgt.
Fazit: In der KI-Suche entscheidet die Empfehlung
GEO ist die logische Weiterentwicklung von SEO. Die Grundlagen bleiben: technisch saubere, indexierbare Seiten mit Inhalten, die eine Frage gut beantworten. Neu ist, dass ein Modell entscheidet, wen es empfiehlt, und dafür auf Glaubwürdigkeit über viele Quellen hinweg achtet.
Wer jetzt seine Positionierung schärft, eigene Daten veröffentlicht und dafür sorgt, dass andere über ihn schreiben, wird in den Antworten von morgen genannt. Ein Plugin oder eine Handvoll generierter Texte leistet das nicht. Es ist Arbeit, die sich auszahlt, weil Ihre Wettbewerber sie oft unterschätzen.
Notieren Sie fünf Fragen, die ein potenzieller Kunde vor dem Kauf stellt, und stellen Sie sie ChatGPT, Perplexity und dem KI-Modus von Google. Halten Sie fest, ob Sie genannt werden, in welchem Zusammenhang, und welche Quellen die Antworten zitieren. Diese Quellen sind Ihre wichtigsten Orte für Erwähnungen.


